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ESU begrüßt EU-Entscheidung für
Europäisches Kulturerbejahr 2018

Der Wert des kulturellen Erbes soll europaweit stärker in den Mittelpunkt rücken. Im April verkündete Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, in Brüssel die Absicht der Europäischen Kommission, im Jahr 2018 ein Europäisches Kulturerbejahr durchzuführen. Die Europäische Schausteller-Union begrüßte die Entscheidung der Kommission.
Das europäische Jahr des kulturellen Erbes (European Cultural Heritage Year/ECHY) soll unter dem Motto „Sharing Heritage – Gesellschaft in Wandel“ stehen und hat das Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern in Europa die Zeugnisse gemeinsamer Geschichte und Kultur ins Bewusstsein zu rufen und das Engagement für deren Erhaltung zu fördern.

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Für die ESU bietet das Kulturerbejahr eine Chance, auch die Volksfeste als einen festen etablierten Bestandteil der europäischen Kultur herauszustellen und so ihre Forderung nach einer Aufnahme in die UNESCO-Liste für das immaterielle Kulturerbe zu untermauern. Denn die Volksfeste üben traditionell im Kulturgebiet Europas einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft, der menschlichen Sozialisation und des Tourismus aus. Sie stellen ein einzigartiges und außergewöhnliches Zeugnis einer jahrhundertealten Kulturtradition dar. Darüber hinaus sind die Volksfeste ein lebendiger Ausdruck des europäischen Gedankens der Völkerverständigung. Das friedliche Miteinander und das gemeinsame Feiern der Menschen unterschiedlicher Nationen auf den Volksfesten zeigen, wie dieser europäische Gedanke auch in Zukunft erfolgreich gelebt werden kann.
Austausch zwischen europäischen Partnern
Das Europäische Kulturerbejahr soll die ganze Breite der Gesellschaft erreichen. Als besondere Zielgruppe sind die jüngeren Generationen, die „Erben des Erbes“, angesprochen; zugleich auch diejenigen, die bislang nur bedingt einen Zugang zum kulturellen Erbe gefunden haben.
Das Europäische Kulturerbejahr bietet die Möglichkeit für einen umfassenden Austausch zwischen europäischen Partnern auf allen Ebenen. Das Jahr wird als Europäisches Jahr der Europäischen Union in Abstimmung mit dem Europarat organisiert. Explizit werden auch alle europäischen Länder, die nicht Mitglieder der Europäischen Union sind, wie auch alle weiteren politischen, fachlichen, gesellschaftlichen etc. auch regionale Institutionen und die Zivilgesellschaft zur gestaltenden Mitarbeit eingeladen.
2018 ist für die Ausrichtung des Kulturjahres bewusst gewählt: Nicht nur jährt sich zum hundertsten Mal das Ende des Ersten Weltkriegs, der als eine „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ gilt, sondern begann auch die moderne Neuordnung Europas. Ferner jährt sich der Beginn des Dreißigjährigen Kriegs im Jahre 1618. Europas Geschichte und kulturelles Erbe ist durch eine Kette vieler Kriege und Konflikte sowie einen jahrhundertelangen Weg zu einem friedlichen und kooperativen Miteinander gekennzeichnet. Unser kulturelles Erbe lässt uns diesen Prozess nachvollziehen und macht dessen sinnstiftende Botschaft verständlich.
Auch Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, unterstützt die Idee des Europäischen Kulturerbejahres. Europas vielfältiges und reiches kulturelles Erbe könne einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den europäischen Gemeinschaftssinn nachhaltig zu beleben, sagte er. In seiner Entschließung habe es das Europäische Parlament wie folgt formuliert: „Das wirtschaftliche und strategische Potenzial des kulturellen Erbes hebt angesichts des tiefgreifenden demographischen und gesellschaftlichen Wandels die Bedeutung unseres gemeinsamen europäischen Kulturerbes sowie des geplanten Themenjahres für die Identifikation der Bürger mit der Europäischen Union und die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls innerhalb der Union hervor.“