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Bessere Bildungschancen für Europas Schaustellerjugend

Hinter der Bildungsarbeit der Europäischen Schausteller-Union stehen zwei wesentliche Ziele: Erstens die persönlichen Zukunftschancen der Kinder und Jugendlichen zu verbessern und somit zweitens das europäische Schaustellergewerbe zukunftsfähig zu gestalten. Eine stabile Wissensbasis öffnet Türen, hilft Schranken zu überwinden und bietet Orientierung im Alltag. Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung und angemessene pädagogische Hilfe. Die ESU unterstützt daher intensiv die Schulungs- und Bildungsprojekte für den Schaustellernachwuchs in Europa.

In Deutschland ist das Schulprojekt BeKoSch (Berufliche Kompetenzen für Schausteller) schon seit vielen Jahren ein Erfolgsmodell. Es setzt auf eine Kombination von (Berufs-) Schulbesuch im Winter und E-Learning im Sommer. In den Niederlanden gibt es mit der Stichting Rijdende School (Stiftung Reisende Schule) bereits seit 1955 eine Schule für Kinder beruflich Reisender. Hier werden die Schüler während der Reisesaison in mobilen Klassenräumen von Lehrkräften unterrichtet.
Zahlreiche von der Europäischen Union geförderte Bildungsprojekte für Schausteller und Circusangehörige konnten in den vergangenen Jahren erfolgreich umgesetzt werden. Eine Auswahl:

ELVET
Der Erfolg der BeKoSch-Lehrgänge führte im Januar 2007 zum Start des von der EU geförderten Projektes ELVET (Elektronisches Lernen zur beruflichen Bildung Reisender) mit dem Ziel, Lernkonzepte für das Internet zu entwickeln. 

EVIS
Das Projekt EVIS wurde im Rahmen des COMENIUS-Programms der Europäischen Kommission im Jahr 2009 gestartet. Es ging darum, die europäische Zusammenarbeit im schulischen Bereich auf kommunaler und regionaler Ebene zu fördern. Dabei wurden Themen von gemeinsamem Interesse bearbeitet und Informationen ausgetauscht.

Ett Edu
Im Jahr 2011 wurde das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt Ett Edu (European Transfer of Travellers vocational Education) gegründet. Aufgabe war die Entwicklung eines gesamteuropäischen Konzepts für die Berufsausbildung reisender Jugendlicher. In diesem Rahmen sollten bereits bestehende Angebote, wie die deutschen BeKoSch-Lehrgänge, so angepasst werden, dass sie in Frankreich und Großbritannien angewendet werden können.

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INVET
Das jüngste von der Europäischen Union unterstützte Bildungsprojekt trägt den Namen INVET. Es soll jugendlichen Schaustellern die Möglichkeit bieten, ihre außerhalb des formalen Bildungssystems in den Familienbetrieben erworbenen beruflichen Kompetenzen feststellen und offiziell zertifizieren, sprich: anerkennen und bescheinigen zu lassen. Vorbild hierfür ist das niederländische EVC-Verfahren. Dabei werden Kenntnisse anerkannt, die nicht im formalen Bildungssystem erworben wurden, sondern in der beruflichen und in der persönlichen Praxis und selbst in der Freizeit. Diese Fähigkeiten werden erfasst, bewertet und mit einem Zeugnis anerkannt.ESU: Bildung bedeutet Zukunftssicherung
 
Für ESU-Präsident Albert Ritter bieten die europäischen Bildungsprojekte neben der fachlichen Arbeit auch die Möglichkeit, Kontakte herzustellen, zu intensivieren, im Gespräch zu bleiben und sich auszutauschen. Albert Ritter: „Eine zentrale Aufgabe der Europäischen Schausteller-Union ist die Verbesserung der Bildungsvoraussetzungen und die Schaffung neuer Bildungsangebote. Wir Schausteller sind Unternehmer im Dienstleistungsbereich, die für ihre Zukunft planen müssen. Hierbei gilt: Nur wer ein attraktives Angebot in Kombination mit Qualität bietet und ständig auf dem aktuellen Stand ist, wird auch in Zukunft am Markt existenzfähig bleiben. Bildung bedeutet daher sowohl Arbeitsplatzsicherung als auch nachhaltige Zukunftssicherung.“
 
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Am 31. August fand die INVET-Multiplikatorenveranstaltung mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den
Niederlanden und Deutschland im Landesinstitut für Schule NRW in Soest statt. Foto: Bezirksregierung Arnsberg