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30 Jahre europäische Zusammenarbeit in der Bildung

Europäisches Bildungsprogramm „Erasmus+“ feiert Geburtstag
ESU-Präsident Ritter: „Ein Erfolgsmodell für unsere Jugend“

Es ist eine Erfolgsgeschichte, die man sehr gerne weitererzählt. In diesem Jahr feiert das europäische Bildungsprogramm „Erasmus+“, das unter anderem Ausbildungsprojekte für Schaustellerjugendliche finanziell unterstützt, seinen 30. Geburtstag. Die Europäische Schausteller-Union gratuliert Erasmus+ zum Jubiläum.

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Hinter den Bildungsprojekten stehen Fachleute von Behörden, Schulen und Schaustellerverbänden
Das Foto zeigt die Teilnehmer des ersten INVET-Partnertreffens 2014 in Herne.           Foto: ESU

ESU-Präsident Albert Ritter lobt das Bildungsprogramm der EU-Kommission als ein Erfolgsmodell, das mitgeholfen habe, die beruflichen Chancen und Perspektiven für die Schaustellerjugendlichen in Europa in der Vergangenheit nachhaltig zu verbessern. Darüber hinaus fördere Erasmus den europäischen Gedanken und die Zukunft des Staatenbundes. Albert Ritter: „Mein besonderer Dank gilt den vielen Fachleuten aus den Behörden, Schulen und Schaustellerverbänden für ihren gemeinsamen Einsatz zur Verbesserung der Bildungsarbeit und damit zum Wohle unseres Berufsstandes.“

BeKoSch, eLvet, Ett Edu, INVET …hinter diesen Kürzeln stehen Bildungsprojekte für Schaustellerjugendliche, die in den letzten Jahren dank des Programms Erasmus+ erfolgreich realisiert werden konnten. Franz-Josef Berkenkötter vom Berufskolleg Herne hat die Projekte mit koordiniert und begleitet. Der engagierte Fachlehrer lobt die Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen. „Von der Antragstellung bis zur Abwicklung funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut“, sagt Berkenkötter und betont: „Erasmus gibt uns die Möglichkeit, europaweit Bildungsprojekte anzupacken und finanziert zu bekommen. Wichtig ist die Zusammenarbeit über die Grenzen hinaus. Es geht darum, auch langfristig mit weiteren europäischen Partnern neue Projekte zu entwickeln. Dass alle Partner, die mit der Schaustellerbildung zu tun haben, also Bezirksvertretungen, Schulen und Schaustellerverbände, an so einem Projekt zusammenarbeiten können, ist schon einmalig!“

Im Laufe des Jahres 2017 sind zahlreiche Veranstaltungen in ganz Europa geplant, um das 30-jährige Bestehen des Programms zu feiern, einschließlich eines zentralen Festakts im Europäischen Parlament im Juni.

Weitere Informationen: https://ec.europa.eu/programmes/erasmus-plus/anniversary_de

Erasmus+: Die Zukunft Europas gestalten

Der Name des 1987 begründeten Förderprojekts der Europäischen Union geht auf Erasmus von Rotterdam (1466-1536) zurück, einen Gelehrten der Renaissance-Zeit.
Was vor 30 Jahren als Mobilitätsprogramm für Studierende begann, hat sich seither weiterentwickelt, das Leben von mehr als fünf Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereichert und das Leben zahlreicher anderer Personen indirekt beeinflusst. Aus diesem Grund wurden 2014 mehrere Programme zu einem einzigen Programm zusammengefasst: Erasmus+.

Diese Plattform für europäische und internationale Mobilität und Zusammenarbeit führt Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zusammen. Sie vermittelt ihnen die Kompetenzen, die sie für ein unabhängiges und erfülltes Leben benötigen, unterstützt sie dabei, ihren Platz in unseren Gesellschaften zu finden und ein Gefühl für eine europäische Identität zu entwickeln, die unsere nationale, regionale und lokale Identität ergänzt. Zurzeit beteiligen sich die 28 Mitgliedstaaten der EU sowie Island, Norwegen, Liechtenstein, die Türkei und die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien an Erasmus+. 

Erfolgreiche Erasmus-Projekte für Schaustellerjugendliche

BeKoSch
BeKoSch (Berufliche Kompetenzen für Schausteller) war das erste von der Europäischen Union geförderte Schulprojekt. Es bietet in Deutschland in den Städten Herne, Nidda und Neumünster Schaustellerjugendlichen die Möglichkeit, die Berufsschulpflicht durch Blockunterricht während der Wintermonate zu absolvieren. In den Niederlanden gibt es mit der Stichting Rijdende School (Stiftung Reisende Schule) bereits seit 1955 eine Schule für Kinder beruflich Reisender. Hier werden die Schüler während der Reisesaison in mobilen Klassenräumen von Lehrkräften unterrichtet.

eLvet
Der Erfolg der BeKoSch-Lehrgänge führte Anfang 2007 zum Start des von der EU geförderten Projektes eLvet (Elektronisches Lernen zur beruflichen Bildung Reisender). Es ergänzt das BeKoSch-Konzept um eLearning-Module, die es den jugendlichen Schaustellern auch in den sommerlichen Reisemonaten ermöglichen, ihre schulische und berufliche Ausbildung per Internet zu vervollständigen.

Ett Edu
Im Jahr 2011 wurde das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt Ett Edu (European Transfer of Travellers vocational Education) gegründet. Aufgabe war die Entwicklung eines gesamteuropäischen Konzepts für die Berufsausbildung reisender Jugendlicher. In diesem Rahmen sollten bereits bestehende Angebote, wie die deutschen BeKoSch-Lehrgänge, so angepasst werden, dass sie in Frankreich und Großbritannien angewendet werden können.

INVET
Das jüngste von der Europäischen Union unterstützte Bildungsprojekt trägt den Namen INVET. Es soll jugendlichen Schaustellern die Möglichkeit bieten, ihre außerhalb des formalen Bildungssystems in den Familienbetrieben erworbenen beruflichen Kompetenzen feststellen und offiziell zertifizieren, sprich: anerkennen und bescheinigen zu lassen. Vorbild hierfür ist das niederländische EVC-Verfahren. Dabei werden Kenntnisse anerkannt, die nicht im formalen Bildungssystem erworben wurden, sondern in der beruflichen und in der persönlichen Praxis und selbst in der Freizeit. Diese Fähigkeiten werden erfasst, bewertet und mit einem Zeugnis anerkannt.

Quelle: Europäische Union