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ESU-Präsidiumssitzung in Antwerpen

 

Am 16. Mai trafen sich in Antwerpen das Präsidium und die Fachberater der Europäischen Schausteller-Union (ESU) zu einem Informations- und Meinungsaustausch. Besonders herzlich hieß Präsident Albert Ritter die nationalen Vertreter der spanischen und französischen Schaustellerverbände in der belgischen Hafenstadt willkommen.

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Generalsekretär Jany de Vries (links) und Präsident Albert Ritter mit dem Präsidenten des Spanischen
Schausttellerverbandes, Don Francisco Javier Molina Gómez (2.v.l) und Generalsekretär Jose Javier
Goldáraz Oteiza

Zu Beginn der Sitzung informierte Präsident Ritter die Teilnehmer über die Wahl von Daniel Pourrier zum Delegierten für französische Schaustellerfragen bei der ESU. Die ESU freue sich, dass es nunmehr gelungen sei, die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene zu verbessern. Daniel Pourrier übernimmt die Aufgabe, die unterschiedlichen Meinungen in Frankreich zu sammeln und gebündelt als „französische Meinung“, zum Beispiel zu Themen wie Sicherheit von Fahrgeschäften, Hygiene oder Verkehrsrecht, an die ESU weiter zu geben.

Ein Schwerpunktthema der Sitzung in Antwerpen bildeten die aktuellen Probleme der spanischen Schausteller. Nach Fertigstellung einer neuen Tiefgarage und eines Busbahnhofes hatte die Stadtverwaltung von Pamplona den spanischen Schaustellerkollegen mitgeteilt, dass sie in Zukunft nicht mehr in der Innenstadt, sondern am Stadtrand von Pamplona ihre jahrhundertealte traditionelle Kirmes durchführen könnten. Die spanischen Kollegen legten verständlicherweise gegen diesen Beschluss Widerspruch ein. Die regierende Bürgermeisterin reagierte hierauf mit der Auskunft, dass, wenn die spanischen Schausteller nicht bereit wären, die Kirmes am Stadtrand aufzubauen, sich die Stadtverwaltung von Pamplona um Schausteller aus anderen Nationen bemühen würde. Das ESU-Präsidium bittet daher dringend alle Kollegen, auf das aktuelle Angebot einer spanischen Agentur, in Pamplona auf dem am Stadtrand liegenden geplanten Kirmesplatz aufzubauen, nicht zu reagieren, um so den Berufskampf des spanischen Schaustellerverbandes nicht zu untergraben.

Präsident Albert Ritter: „Man stelle sich einmal vor, in Deutschland würde der Bürgermeister einer Stadt den deutschen Schaustellern damit drohen, das Volksfest von Kollegen aus Holland oder Österreich beschicken zu lassen, sollten sie nicht parieren – das wäre ein untragbarer Zustand. Hier sind alle europäischen Schausteller zur Solidarität aufgefordert.“

 

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Gespräch über die Probleme der spanischen Schaustellerkollegen in Pamplona Die Schaustellersprache ist eigentlich international. Aber manchmal
hilft es schon, wenn ein Niederländer aus dem Spanischen ins
Deutsche übersetzen kann. Vielen Dank Herman Roels!

ESU fordert Mautbefreiung für Schaustellerfahrzeuge in Schweden und Norwegen

Trotz einheitlicher Beschlüsse werden in der Europäischen Union immer wieder Richtlinien unterschiedlich gehandhabt. So ist Deutschland bislang die einzige Nation, die die umstrittene Windlastzonen-Norm umsetzt. In Antwerpen wurde vereinbart, dass sich die Vertreter der europäischen Schaustellerverbände für ihre deutschen Schausteller einsetzen, um im Sinne einer einheitlichen europäischen Regelung, Erleichterungen zu erzielen.

Neben der beruflichen Qualifizierung von Schaustellerkindern, der Vorstellung der Bildungsinitiative ENTE (European Network for Traveller Education), der Zusammenarbeit mit der Konferenz der Circus- und Schaustellerseelsorger diskutierte das Präsidium mit den europäischen Schaustellern auch das Thema Autobahnmaut in Schweden und Norwegen. In diesen Ländern sind Schaustellerfahrzeuge – im Gegensatz zu vielen mitteleuropäischen Staaten – nicht von den Straßengebühren befreit. Das Präsidium wird hierzu am 12. Juni in Oslo im norwegischen Verkehrsministerium vorsprechen, um für die norwegischen Kollegen Steuererleichterungen zur erwirken. Ein weiteres Gespräch ist mit dem zuständigen Verkehrsministerium in der schwedischen Hauptstadt Stockholm geplant.

Die DSB-Marketingstudie und ihre Umsetzung auf den deutschen Volksfesten wird auch von den ESU-Mitgliedsverbandes gelobt und als ein wichtiges Instrument zur Zukunftssicherung des Gewerbes angesehen. Der Bitte einiger europäischer Kollegen nach Verwendung des Volksfest-Herzens als Werbung für ihre Veranstaltungen wurde natürlich vonseiten des DSB entsprochen, sodass demnächst auch in Paris oder London das Herz für die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Schausteller werben wird.

e="font-family: Times New Roman;">Das zweitägige Treffen in Antwerpen hat wieder einmal gezeigt, wie wichtig der europäische Zusammenschluss über die Grenzen hinweg für die Branche ist. Nur im europäischen Schulterschluss lassen sich Gesetze und Verordnungen verhindern, die das Ausüben des Schaustellergewerbes unmöglich machen.

Auch das gesellige Miteinander kam in Antwerpen nicht zur kurz. So hatten die belgischen Schaustellerkollegen ihre Schaustellerfreunde aus Europa zu einem originellen Frühstück in eines der unmittelbar am historischen Kirmesplatz gelegen Altstadthäuser eingeladen.

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Mit seiner Teilnahme an der Präsidiumssitzung in Antwerpen nahm Daniel Pourrier seine Tätigkeit
als offizieller Delegierter der 22 französischen Schaustellersyndikate auf

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 Sieben Schaustellernationen an einem Tisch Die Themen Umweltschutz- und Windlastzonen wurden eingehend diskutiert
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 Generalsekretär Jany de Vries, Jan Boots (Direktor Nederlandse Kermisbond), Präsident Albert Ritter (v.l.) Gespräch zwischen den beiden holländischen Verbänden über die zukünftige Zusammenarbeit unter dem Dach der ESU