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„Schausteller in Europa stehen vor neuen Herausforderungen."
Gespräch mit Präsident Albert Ritter über die Arbeit der Europäischen Schausteller-Union

 ESU 020
Seit Januar 2006 ist Albert Ritter Präsident
der Europäischen Schausteller-Union

Herr Ritter, was macht den Reiz der europäischen Volksfeste aus?
Albert Ritter: Volksfeste sind Stätten der Begegnung und der Kommunikation. Ihr Angebot richtet sich an alle Menschen, unabhängig von Portemonnaie, Bildungsgrad und sozialem Status. Das ist es, was die Volksfeste auszeichnet und von anderen Freizeitangeboten unterscheidet. Wir machen Freizeit zum Vergnügen lautet der Slogan der europäischen Schausteller. Auf den Festen vergnügen sich Jung und Alt, alle Generationen, vom dreijährigen Enkel bis zum 93-jährigen Großvater.

Welche Bedeutung hat die ESU für das europäische Schaustellergewerbe?
Albert Ritter: Die ESU setzt sich seit über 50 Jahren auf europäischer Ebene für die Interessen der Schausteller ein. In Gesprächen, Verhandlungen und Diskussionen konnten die Positionen und Forderungen der ESU gegenüber Politik und Verwaltung erfolgreich vermittelt werden.
Wir stellen fest, dass immer mehr Beschlüsse aus Brüssel kommen und Einfluss nehmen auf die nationale Politik - und das nicht nur in den EU-Mitgliedsländern, wie die Schweiz uns zeigt. Dort ist zum Beispiel der TÜV Süd Ausführungsbehörde und es wird nach Europanorm gehandelt und gearbeitet. Für die Schweizer Kollegen ist daher die Mitgliedschaft in der ESU sehr wichtig, um Einfluss auf die Entscheidungen in Brüssel nehmen zu können.

Welche Themen brennen aktuell auf den Nägeln?
Albert Ritter: Die unterschiedliche Umsetzung der Windlastnormen in Europa, Ausnahmeregelungen bei der Einfahrt von Schaustellerfahrzeugen in Umweltschutzzonen, Die Sicherung von Volksfesten, die Anerkennung der europäischen Volksfeste als schützenswertes Kulturgut und die berufliche Qualifizierung der Schaustellerkinder sind Themen, die aktuell auf der Agenda der ESU stehen. Darüber hinaus verabschiedete das ESU-Präsidium auf seiner letzten Sitzung ein Manifest, in dem Volksfestveranstalter und Agenturen aufgefordert werden, einheimische Schausteller in die Volksfestplanungen verstärkt mit einzubinden.

Ein Blick in die Zukunft...
Albert Ritter: Die Schausteller in Europa stehen vor neuen Herausforderungen. Durch die demografische Entwicklung in der Bevölkerung gilt es, neue Zielgruppen anzusprechen und Angebote zu unterbreiten. Der Zukunft können wir uns nur gemeinsam in einer starken europäischen Schaustellerorganisation stellen. In diesem Zusammenhang gilt mein Dank allen Mitstreitern in der ESU für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle des Schaustellergewerbes und der Volksfeste in Europa. Nur im gemeinsamen internationalen Schulterschluss werden wir uns auch den zukünftigen Herausforderungen stellen können.

In Kasten setzen
ESU: seit 1954 im Dienst der Schausteller
Die Europäische Schausteller-Union (ESU), mit Sitz in Luxemburg, wurde 1954 in Amsterdam gegründet. Sie ist die älteste europäische Berufsorganisation mit über 70.000 Mitgliedsunternehmen in 22 nationalen Verbänden. Dem Berufsverband sind der Europäische Frauenbund und die Europäische Schausteller Jugend Union angeschlossen. Als beratendes Mitglied im Europarat, im Ausschuss Handel und Vertrieb der Europäischen Union und der Europäischen Bewegung setzt sich die ESU seit über 50 Jahren für die Interessen der Schausteller und die Sicherung der Volksfeste in Europa ein.